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Der erste eigene Omnibus
der Kreisbahn Osterode/H-Kreiensen
auf der Strecke von Sebexen/Dögerode nach Northeim

Nachdem schon in den Jahren 1929 bis 1932 der Kraftverkehr des Kreises Osterode mit zwei Omnibussen, mit den Linien nach Schwiegershausen und Dorste betrieben war - der damals jedoch wegen Unwirtschaftlichkeit wieder eingestellt werden musste - wandte sich die Bahn im Jahre 1949 dem Omnibusverkehr wieder zu. Aus betriebswirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gründen erhoffte sich die Kreisbahn mit dem Omnibusverkehr, die Personenbeförderung mehr und mehr auf die Straße zu verlagern, was allgemein als zeitgemäße Verbesserung angesehen wurde. Mit Hilfe des Omnibusverkehrs konnte die Kreisbahn neue Verbindungen abseits der Schiene schaffen, so zum Beispiel den direkten Linienverkehr für das Alte Amt Westerhof zu der benachbarten Kreisstadt Northeim, was einem dringendem Bedürfnis der Bevölkerung entsprach!

Nach kurzem Einsatz eines französischen Renault-Omnibusses mit Perron (Einstiegsbühne am Heck) wurde im Juni 1950 der erste eigene, rot/beige lackierte, Kreisbahn-Omnibus auf der Strecke von Sebexen/Dögerode nach Northeim eingesetzt.
Den Mercedes-Benz-Omnibus, mit Pendelblinker und Dachgepäckträger (auch für Fahrräder geeignet), hatte der Kraftfahrer Kurt Reichardt am Himmelfahrtstag zuvor aus Mannheim abgeholt.


Der Kreisbahnbus O-3500 in Dögerode vor der St.Georg Kapelle
Fahrer Kurt Reichardt und Schaffner Alwin Lossie
Foto/Quelle: Erika Lossie

Technische Daten
MB Typ: O-3500 • Leistung: 90 PS • Hubraum: 4580ccm
Zylinder: 6 • Gesamtlänge:8630mm • Wendekreis: 19,5m
Kraftstoffverbr.14,8L./100km • Höchstgeschw.82km/h
Sitzplätze: 29 • Notsitze: 7 • Preis: 36000,-DM


Herr Reichardt und der Bus wohnten ein halbes Jahr in Sebexen. In der Gaststätte Jörn wurden beide von der Kreisbahn einquartiert. Herr Reichardt im Gästezimmer, der Bus in der Scheune. Im Jahr 1950/51 wurde eine Wellblechgarage, durch Arbeiter der Kreisbahn, in Kalefeld am Bahnhof gebaut. Die Fundamente und ein Erdtank für den Kraftstoff wurden durch die Rotte unter Leitung des Bahnmeister Wilhelm Nolte erstellt. Die Wellblechhülle wurde vom Werkstattpersonal in Osterode gebaut und in Kalefeld aufgestellt. Nach Fertigstellung der Busgarage zog der Kraftwagenfahrer 1951 mit dem Bus nach Kalefeld um. Der Bus stand in der Wellblechgarage und Kurt Reichardt wohnte bei Hertha Flachsbarth in der Bahnhofsgaststätte.

Nach drei schönen Jahren trennten sich 1953/54 die Wege. Kurt Reichardt zog nach Osterode und übernahm in den folgenden Jahren die Leitung der Buswerkstatt der Kreisbahn.
Ab wann der MB O-3500 durch einen grösseren Omnibus ersetzt wurde, und wie sein weiteres Schicksal war, ist noch nicht bekannt. 

Historischer Fahrpläne

Bernd-Joachim Nolte, Kalefeld März.2000

Infos: Kurt Reichardt, Erika Lossie