Entwicklung und Bau

Home
Rückblick
Zeitungsartikel
Historisches
Strecke
Fahrzeuge
Personen
Sonstiges
Inhaltsverzeichnis
Kontakt

Kurze Übersicht über die Kreisbahn (Entwicklung und Bau)

25.01.1894beschließt der Kreistag, 4000,- Mark zur Entwicklung eines Kreisbahnprojektes bereitzustellen. Landesbaurat Sprengel zu Hannover wird mit der Aufstellung eines baureifen Planes zum Neubau einer Kreisbahn von Osterode nach Kreiensen oder Bad Gandersheim beauftragt.
01.04.1897Beginn des Kreisbahnbaues! Zusammen mit einem Feldvermesser, 2 Ingenieuren mit Hochschulbildung und einem Techniker nimmt Harry Skinner seine Tätigkeit als Kreisbaumeister in Osterode auf.
19.12.1898wird der Bahnbetrieb auf dem 9,4 km langen Streckenabschnitt von Osterode nach Förste aufgenommen.
02.09.1899wird der 15,8 km lange Streckenabschnitt Westerhof-Kreiensen in Betrieb genommen. Die offizielle Einweihung findet im Bahnhof Oldershausen statt.
01.03.1900wird Kreisbahnbaumeister Walter Skinner fristlos entlassen. Ihm wird eigenmächtiges Handeln und deshalb die Schuld an der Kostenexplosion vorgeworfen. Neuer Kreisbahnbaumeister wird Zivil-Ingenieur Fr. Giesecke, der nach Ende der Bauzeit erster Kreisbahndirektor wird.
02.05.1901wird der 7,5 km lange mittlere Streckenabschnitt (Förste-Westerhof) durch den Westerhöfer Wald freigegeben. So können zum ersten Mal die Kreisbahnzüge auf der gesamten 32,7 km langen Strecke von Osterode nach Kreiensen verkehren.
1941-1943Umbau des Streckenabschnittes Kalefeld-Kreiensen mit Anschlußgleis Eisenerzgrube bei Dögerode für Normal- und Schmalspur (Dreischienengleis).
15.02.1943Inbetriebnahme des Dreischienengleises
1958Verlagerung des Personenverkehrs, mit Ausnahme des Berufsverkehrs, auf die Straße.
Nov. 1962Einstellung des Schienen-Personenverkehres auf der Strecke Kalefeld-Kreiensen.
1963Neubau einer Rollbockgrube in Kalefeld und Entfernung der dritten Schiene bis Kreiensen. Anschaffung einer Henschel-Diesel-Normalspurlok.
27.05.1967Einstellung des Schienen-Personenverkehres zwischen Osterode und Kalefeld.
31.07.1967Einstellung des Güterverkehres Förste-Kalefeld.
30.09.1967Einstellung des Güterverkehres Osterode-Förste.
1968erfolgte der Abbau der Gleise vom Tunnel ausgehend zu beiden Seiten der Strecke. Das Gleis wurde als Schrott verkauft, einige Kleinteile gingen zur Museumsbahn Bruchhausen-Vilsen. Die Schwellen wurde teilweise von Privat erworben.
Mai 1975stellte die letzte Kreisbahnlok (C-Henschel-Diesel-Normalspurlok) ihren Betrieb ein.

Die Daten stammen teilweise aus den Archiven von Karl Burmeister und Georg Matzander. Diese Tabelle wurde zusammengestellt von Bernd-Joachim Nolte, Auetalstr. 21, Kalefeld im März 1996.

Aus aktuellem Anlaß!!

Am 19. Dezember 1898 wurde die Teilstrecke der Kreisbahn von Osterode nach Förste feierlich eröffnet. Hoch gelobt wurde die gute und solide Bauausführung der Strecke.

Der Kreisbahnbaumeister Harry Skinner dem auch die Betriebsleitung der Teilstrecke übertragen wurde, war der Motor der den zügigen Bau der Bahn vorantrieb. Beginnend beim Streckenkilometer 0 vor dem neu entstandenem Empfangsgebäude (212,5m H.ü.0, gegenüber dem Staatsbahnhof) führte die Strecke in nordwestlicher Richtung zum Betriebsgelände, ein Lokschuppen mit anschließender Werkstatt war gegenüber der Faßfabrik Krome entstanden.

1. Bau der Bremketalbrücke (Foto: Stadtarchiv Osterode)

Nun ging es Steil 1:40 in einer S-Kurve verlaufend hinab ins Bremketal. Eine erste Brücke über die Bremke und die Staatsbahnunterführung waren die ersten größeren Kunstbauten. Die letzt genannte Unterführung teilte sich die Bahn mit dem Straßenverkehr und später in den 20er Jahren, mit einer Feldbahn. Um einen gefahrlosen Betrieb zu ermöglichen wurde eine Schrankenanlage eingerichtet. Die Bahn folgte rechts der Landstraße Richtung Lasfelde die sie vor dem Ort nach links überquerte. Beim Streckenkilometer 2,3 (187,5m H.ü.0) war der Haltepunkt Lasfelde erreicht. Übers freie Feld ging es in nördlicher Richtung auf den Haltepunkt Landwehr zu. Diese Haltestelle (Streckenkilometer 4,1 / 173m H.ü.0) war für die Bewohner von Oberhütte gedacht. Man befand sich jetzt im Herzogtum Braunschweig. Zehe und schwierige Verhandlungen gingen dieser Trassierung voraus. Nach 5,2 Kilometern erreichte man den Bhf. Badenhausen (169,5m H.ü.0).

2. Bauarbeiter im Bhf. Badenhausen; im Hintergrund die Hindenburg (Foto: HV Badenhausen)

In nordwestlicher Richtung erreichte man den Haltepunkt Posthof (Kilometer 6 / 166m H.ü.0). Zur Überquerung der Söse wurde eine Gitterbogenbrücke etwa bei Kilometer 6,5 gebaut. Auf einem kleinen aufgeschüttetem Bahndamm ging es westlich auf Eisdorf zu und erreichte damit wieder das heimische Gebiet des Landkreises. Von Eisdorf (km 7,4 / 152m H.ü.0) verlief die Strecke auf dem Auge durch Felder und Wiesen auf Förste zu. In Förste dem vorläufigen Endpunkt wurde ein Umsetzgleis und eine Wasserentnahmestelle eingerichtet. Der Bahnhof Förste (Streckenkilometer 9,4 / 152m H.ü.0) wurde sicherlich als Versorgungsstützpunkt für den Weiterbau der Strecke über den Westerhöfer Berg ausgebaut. Es ist auch anzunehmen das bereits eine Gaststätte von August Blume am Bhf. eingerichtet war. Zwei Dampflokomotiven (Cn2t) der Firma Henschel übernahmen den Betrieb.

3. Dampflok Rottländer, der Namensgebende Landrat steht rechts s. Pfeil (Foto: Herkunft unbekannt)

Die spätere Lok Nr.1 trug den Namen des Landrates der sich maßgeblich für den Bau der Kreisbahn eingesetzt hatte Rottländer", Lok Nr.2 bekam den Namen Freiheit. Die Strecke sollte bis zur Ortschaft Freiheit verlängert werden, welches aber nicht realisiert wurde. Das war wohl auch der Grund das die Maschine im Jahr 1902 wieder verkauft wurde!?